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Ist der Anwaltsbrief echt? So prüfst du, ob das Schreiben wirklich von der Kanzlei kommt

Ein Brief mit Kanzlei-Briefkopf, eine hohe Forderung, eine kurze Frist: Das macht Druck. Bevor du zahlst oder antwortest, klär die wichtigste Frage: Kommt dieser Brief überhaupt von der Kanzlei, die oben draufsteht? Betrüger benutzen die Namen echter Kanzleien, die davon nichts wissen und selbst geschädigt sind.

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Deine Chancen, das Geld zurückzubekommen

Solange niemand einen Vertrag nachweist, musst du nichts zahlen. Wer Geld fordert, muss belegen, dass es eine Grundlage dafür gibt, nicht umgekehrt.
Ein Eintrag im amtlichen Anwaltsverzeichnis beweist nur, dass es die Kanzlei gibt. Er beweist nicht, dass sie diesen Brief geschrieben hat.
Antworte nicht ungeprüft an die Adresse aus dem Brief. Eine Antwort verrät Betrügern deinen Namen, deine Anschrift und dass die Adresse stimmt.

Was du jetzt tun solltest

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    1. Nichts überweisen, nicht die Nummer aus dem Brief anrufen

    Zahle nicht aus Angst vor der Frist und ruf keine Nummer an, die im Schreiben steht. Bei einer gefälschten Post landest du damit direkt bei den Tätern.

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    2. Brief und Umschlag aufheben

    Leg alles zusammen beiseite, auch den Briefumschlag. Der Poststempel und der Absender auf dem Umschlag können später wichtig sein.

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    3. Den Text auf typische Maschen prüfen

    Füge den Text in den Betrugs-Check ein oder fotografiere das Schreiben ab. Er zeigt dir die bekannten Warnzeichen und was du jetzt tun kannst.

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    4. Kanzlei im amtlichen Verzeichnis suchen

    Such den Namen im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis. Findest du nichts, ist das ein starkes Warnzeichen. Findest du die Kanzlei, ist damit nur geklärt, dass es sie gibt.

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    5. Kontaktdaten vergleichen

    Vergleiche Telefonnummer, E-Mail-Endung, Anschrift und Bankverbindung aus dem Brief mit dem Verzeichnis und dem Impressum der Kanzlei-Webseite. Weicht etwas ab, ist Vorsicht geboten.

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    6. Bei der Kanzlei nachfragen, aber richtig

    Ruf über die Nummer aus dem Verzeichnis oder dem Impressum an, nie über die aus dem Brief. Nur die Kanzlei selbst kann bestätigen, ob das Schreiben von ihr stammt.

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    7. Webseiten aus dem Brief prüfen

    Steht im Schreiben eine Webseite, sieh im Domain-Check nach, seit wann es sie gibt. Eine Adresse, die erst wenige Wochen alt ist, kann keinen jahrealten Vertrag belegen.

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    8. Melden und Rat holen

    Bestätigt sich der Verdacht, melde es der Polizei und der Verbraucherzentrale. Die Verbraucherzentrale schätzt kostenlos ein, ob ein Schreiben unseriös ist.

Daran erkennst du die Masche

Häufige Fragen

Die Kanzlei steht im Anwaltsverzeichnis. Ist der Brief damit echt?

Nein. Der Eintrag beweist nur, dass es die Kanzlei gibt. Betrüger benutzen gezielt die Namen und Anschriften echter Kanzleien, damit ihre Schreiben seriös wirken. Ob der Brief von dort stammt, kann dir nur die Kanzlei selbst sagen, erreichbar über die Kontaktdaten aus dem Verzeichnis.

Was passiert, wenn ich die Frist im Brief verstreichen lasse?

Eine Frist, die ein Absender sich selbst setzt, hat für sich genommen keine gerichtliche Folge. Ein Gericht wird nicht durch einen Brief tätig. Ignorieren solltest du Post trotzdem nicht: Kommt später ein gerichtlicher Mahnbescheid vom Amtsgericht, hast du dort zwei Wochen Zeit für den Widerspruch (§ 694 ZPO).

Woran erkenne ich einen echten gerichtlichen Mahnbescheid?

Ein echter Mahnbescheid kommt vom Amtsgericht, nicht von einer Kanzlei, und steckt in einem gelben Umschlag mit amtlichem Vordruck. Das gerichtliche Mahnverfahren ist in § 688 ZPO geregelt. Auf dem Vordruck kannst du Widerspruch ankreuzen und ihn zurücksenden.

Muss ich auf so einen Brief antworten?

Eine Pflicht dazu gibt es nicht. Ist die Forderung echt, ist ein sachlicher Widerspruch sinnvoll, in dem du die Forderung bestreitest und einen Nachweis verlangst. Schick ihn dann an eine Anschrift, die du selbst geprüft hast, und gib keine neuen Daten preis, also keine Ausweiskopie und keine Bankdaten.

Im Brief stehen die letzten Ziffern meiner IBAN. Woher haben die das?

Solche Angaben sollen Seriosität vortäuschen. Sie stammen häufig aus Datenlecks oder aus dem Handel mit Adressdaten. Woher genau, lässt sich von außen nicht feststellen. Sieh deine Kontoauszüge durch, beobachte dein Konto und informiere deine Bank über die Nummer auf deiner Karte.

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Allgemeine Information zur Selbsthilfe, keine Rechtsberatung (RDG). Bei hohem Schaden oder Unsicherheit: Verbraucherzentrale oder Anwalt einschalten.